10 Dinge, die ihr immer schon über Chili wissen wolltet, aber euch nicht zu fragen trautet

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Wir waren in Laos und bestellten Papapayasalat. Der Kellner fragte, ob wir ihn scharf haben wollen. Ich so: „Ein kleines bisschen.“ Mein Freund so: „Ja, bitte, volle Möhre.“ (der alte Angeber) Als der Kellner die Salate brachte, bemerkte er, dass er sie nur Touristen-scharf gemacht hätte. Touristen-scharf! Aber was soll ich sagen, der Salat schmeckte als hätte der Teufel persönlich am Herd gestanden. Mann, war der scharf. Meine Zunge brannte, meine Lippen schwollen an wie die von Pamela Anderson und ich hustete wie ein Wolf. Nach einem Kokosnuss-Shake und zehn Minuten kam ich wieder klar. Später erfuhr ich, dass die Touristendosis aus zwei Chili pro Salat besteht. Die Laoten hauen sich tatsächlich SECHS Schoten rein. Sechs! Und hüstel … mein Salat… hatte EINE Schote.

Trotzdem mag ich scharfe Sachen. Also, lasst mal ein paar Dinge über das Teufelszeug Chili erfahren und wie man damit umgeht.

1. Warum mögen wir Chili?

Schwitzen, niesen, husten, Schluckauf und das Gefühl, jemand hätte die eigene Zunge angesteckt. Lecker, gell? Also warum mögen wir dann eigentlich Chili? Manche sagen, dass unser Körper das Brennen mit Schmerzen verwechselt und darauf mit  einer Endorphinausschüttung reagiert. Das Glückshormon macht uns wieder froh! Andere vermuten hinter der Chili-Leidenschaft psychologische Gründe: Wir mögen einfach den Kick, deshalb schauen manche auch gern Horrorfilme oder springen von einer Brücke in die Tiefe, nur mit einem dünnen Seil gesichert. (Menschen sind seltsam)

2. Ist Chili gesund?

Chili soll eine Menge körperliche Beschwerden heilen können, wie z.B. Verdauungsprobleme, verstopfte Nase, Migräne, kalte Füsse. Es senkt den Blutzucker und Cholesterin, verbessert die Herzgesundheit und den Stoffwechsel. Aber es git kaum wissenschaftliche Belege dafür. Also lasst mich einfach die Fakten nennen: Chili hat 2.5 mal soviel Vitamin C wie Orangen, dazu Karotin, viele B-Vitamine, Magnesium und Eisen. Ist es gesund? Aber ja!

3. Macht Chili schlank?

Gerüchte sagen, dass Chili beim Abnehmen helfen soll. Das Capsaicin unterstützt den Stoffwechsel und führt zu einer erhöhten Energieverbrennung. Studien zeigen, dass der Verzehr von Chili den Stoffwechsel um bis zu acht Prozent verschnellern kann. Die Wissenschaft sagt außerdem, dass das Capsaicin als Appetithemmer fungieren kann.

4. Woher weiß ich, wie scharf eine Schote ist?

Von außen lässt sich eine Schote nicht anmerken, wie scharf sie ist. Sogar Schoten aus ein und derselben Lieferung oder von einem Busch variieren stark. Es hängt ab von der Reife der Frucht und z.B. auch davon, wie oft die Pflanze gewässert wurde. Die preisgekrönte Chili-Züchterin Joanne Plump verriet der englischen Tageszeitung The Guardian einen Trick, wie man die Schärfe einer Schote ermitteln kann – oben den kleinen Strunk abnehmen und die Zunge daran halten. Hier ist die Schärfe am mildesten.

5. Woher kommt Chili?

Schon 7500 Jahre vor Christus aß man in Mittel- und Südamerika die rote Schote. Columbus entdeckte sie dort und hielt sie irrtümlicherweise (der lag aber auch oft falsch) für Pfeffer. Daher also der Name im Englischen (red hot chili pepper). Der gute Columbus brachte sie mit nach Europa und seitdem ist die Schote nahezu weltweit verbreitet. Heute ist Indien der größte Produzent von Chilis.

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6. Warum essen Menschen in heißen Gebieten viel scharf?

Das Chili roll die Bakterien, die sich in der Hitze eher ansammeln, angeblich vernichten.

7. Hilfe, mein Mund brennt – was tun?

Du willst wahrscheinlich sofort zum Getränk greifen – tu das nicht! Das Wasser würde die Schärfe nur noch im Mund verteilen. Besser: Brot kauen oder Reis zum Neutralisieren oder etwas Fettiges wie z.B. Milch trinken.

8. Etwas anderes brennt – was tun?

Erstmal das Chiliöl entfernen indem ihr es mit Seife wascht oder mit Öl darüber wischt. Um das Brenngefühl danach zu beruhigen, eine Serviette in Milch oder Joghurt tauchen und damit einreiben.

9. Was sind Scoville Schärfe-Einheiten?

Um die Schärfe einer Chili zu messen, nehmen Wissenschaftler die Scoville-Schärfe-Einheiten. Man misst, wieviel Wasser man benötigt, um die Schärfe zu neutralisieren. Beispiel: Wenn ihr 10 Liter Wasser braucht, um die Schärfe eines Milliliters Chili zu neutralisieren, liegt die Einheit bei 10.000.

10. Was sind die Scovie Awards?

Der weltgrößte Wettbewerb zum scharfen Essen. Bei dem jährlichen Event bewertete eine Jury aus Feinschmeckern und Nahrungsmittel-Experten die schärfsten Chili Produkte. Gewinner im letzten Jahr: Chipotle Senf Burn in Hell, von einem Produzenten mit dem lustigen Namen Lusty Monk.

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3 Kommentare zu “10 Dinge, die ihr immer schon über Chili wissen wolltet, aber euch nicht zu fragen trautet

  1. […] drüber, Limettensaft darauf auspressen. Dazu schlichter Naturjoghurt (hilft auch gegen die Schärfe, falls es zuviel sein sollte) und natürlich […]

  2. […] kleine rote Chilischoten (wie immer gilt: die Anzahl der Schoten variiert nach deren Schärfe, hier geht’s zum Schärfe-Check, Punkt […]

  3. sören sagt:

    Coole Informationen und vor allem das erste

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