Essen in Nepal

nepal-foodAls wir letztes Jahr in Nepal waren, haben wir Steffi kennengelernt. Eine junge Deutsche, Mitte 20, die zusammen mit ihrer Kommilitonin Leonie in Kathmandu eine Organisation gegründet hat: One Love, One World – Kinderhilfe für Nepal. Die Organisation kümmert sich um Kinder und Jugendliche in Not: Viele Kids leben als Waisen in den Slums, leiden unter extremer Armut oder Vernachlässigung, müssen ihr Leben schon früh selbst meistern und haben noch nie eine Schule gesehen.

Steffi und Leonie haben soziale Arbeit studiert, sind also keine Anfänger auf dem Gebiet. Trotzdem finde ich, das ist ganz großes Kino, was sie da auf die Beine stellen! Ihr Verein ist staatlich anerkannt und beschäftigt sieben nepalesische Mitarbeiter. Sie leisten nachhaltige Entwicklungsarbeit.

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Eines ihrer Projekte ist die Wohngruppe, in der Straßenkinder, Waisen und Kinder, die zuhause unter physischer oder psychischer Gewalt oder Missbrauch leiden, ein Zuhause finden. Neun Kinder leben dort zurzeit. Ausgebildetes Personal unterstützt sie dabei, ihre Traumata aufzuarbeiten und ein geregeltes Leben zu führen.

Paten gesucht

WohgruppefürKinderinNotklVier Kinder brauchen noch einen Paten: Für 50 Euro im Monat kann man einem Kind sein Leben sichern (Unterkunft, Essen, Betreuung, medizin. Versorgung, Ausflüge). Wer Pate werden möchte, findet hier Infos. Ebenso gesucht sind Paten für Kinder aus dem Day Care Center (20 Euro im Monat). Oder wenn ihr einfach einen kleinen Betrag übrig habt und diesen spenden möchtet, könnt ihr das hier tun. Schon kleine Summen können viel ausrichten. Schaut euch auf ihrer Website um, da findet ihr viele Infos.

So. Nun aber mal was über das Essen in Nepal! Ich habe Steffi, die seit einigen Jahren dort lebt, ein paar Fragen gestellt. Außerdem hat sie mir netterweise ein Momo-Rezept besorgt, aber mir fehlen einige Zutaten, so dass wir uns noch gedulden müssen.

Was ist das nepalesische Nationalgericht?

Steffi: „Dal Bhat ist definitiv das Lieblingsgericht der Nepalis. Es besteht aus Reis, Gemüse Curry, Spinat und Linsensuppe. Je nach Zubereitung kann es ganz unterschiedlich schmecken. Für die Suppe benutzen die Nepalis z.B. verschiedene Linsen, auch Achaar, die aus Tomaten und Gemüse bestehende, scharfe Sauce schmeckt immer anders, und das Curry wird aus unterschiedlichen Gemüsesorten, je nach Saison, zubereitet. Oft wird zu Dal Bhat selbstgemachter Joghurt gereicht, den man mit dem Curry und dem Reis vermischt.“

Gibt es ein besonderes Street Food in Kathmandu?

Steffi: „Auf Kathmandus Straßen ist man gerne Panipuri. Das kann ich aber nicht beschreiben. Das musst Du googeln :-)“

[Anna: Hab ich natürlich gemacht! Hier: Panipuri ist ein beliebtes Streetfood in Indien und Nepal. Es besteht aus einem runden, knusprigen Brot, gefüllt mit einer Mischung aus Wasser, Tamarinden Chutney, Chili, Chaat Masala, Kartoffeln, Zwiebeln und Kichererbsen. Es ist ein kleiner Snack, der mit einem Happs weg ist, beim Draufbeißen soll es knallen. Pani kommt vom hinduistischen Wort für Wasser, puri ist ein frittiertes Brot.]

Wie sehen die traditionellen Essgewohnheiten der Nepalis aus?

Steffi: „Die Nepalis essen morgens um neun oder zehn Uhr das erste Mal Dal Bhat. Um es zu kochen, steht die Frau des Hauses zwischen vier und fünf Uhr auf. Das Essen wird traditionell erst dem Mann, dann den Kindern gereicht, zuallerletzt isst die Frau selbst etwas. In vielen Familien ist das aber heute schon anders, da setzt sich die Familie zusammen an einen Tisch und isst gemeinsam. Nachmittags gibt es dann einen Snack: in Milchtee gedippte Tiffan-Kekse oder einen Nuss-Chips-Mix. Abends, zwischen 19 und 20 Uhr, essen die Nepali dann ein zweites Mal Dal Bhat.“

Haben McDonalds und Co. auch in Nepal Einzug gehalten, so wie im Nachbarland Indien?

Steffi: „Fast Food wird nicht viel gegessen. Im letzten Jahr hat in Kathmandu ein KFC aufgemacht und Pizza Hut gibt es auch, wird aber wenig in Anspruch genommen, nach meiner Erfahrung. Kinder bekommen zwar ab und zu mal eine Tüte Chips, aber in den Familien wird von der Schwiegermutter oder der Frau des Mannes, täglich Dal Bhat gekocht.“

Welches Essen aus Deiner Heimat vermisst Du am meisten?

Steffi: „Da es in Nepal üblich ist, viel vegetarisch zu essen, habe ich Fleisch oft vermisst, z.B. Kassler oder Spießbraten mit Klößen. Oder auch Aufläufe mit Sahne. Und Blauschimmelkäse auf Schwarzbrot. Blauschimmelkäse und Schwarzbrot habe ich am meisten vermisst. Ja.“

Liebe Steffi, vielen Dank für das Interview!

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