So isst man auf Sumatra: „Zum Frühstück Fisch und Reis mit Chili“

Christiane HagnManche Leute machen ja Ernst mit Träumen. Die reden nicht nur, sondern ziehen das Ding durch. Die 31-jährige Christiane Hagn (Foto links) ist so Eine. Um dem Liebeskummer zu entkommen, reiste sie einige Monate durch die Welt. Wie das Leben so spielt, begegnete sie dabei ihrer neuen Liebe: Dem Fischer David. Die beiden hatten nur zehn Tage bis Christianes Flieger nach Berlin ging. Dort angekommen, zögerte sie nicht lange, brach ihre Zelte ab und zog zu David auf die indonesische Insel Sumatra. Seit November lebt sie dort und schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse: „Machts gut, Ihr Trottel!“ erscheint in wenigen Wochen bei Eden Books.

Mir hat sie im Interview etwas über indonesische Nationalgerichte und Ess-Traditionen verraten.

Christiane, zum Frühstück gibt es bei Dir Fisch und Reis mit Chili. Ist das ein spezielles Gericht?

Christiane Hagn: „Das Gericht heißt in der Region Aceh „Nasi Guri“. In Medan heißt es wieder anders. Ich hab leider keine Ahnung, was da ganz genau drin ist, nasi-goreng-indonesienaber anbei ein Foto. Es besteht auf jeden Fall aus Reis, gepressten Sojabohnen und je nach Bedarf mit einem in Samba-Chili-Sauce eingelegtem hartgekochten Ei oder Spiegelei („mata sapi“, übersetzt: Kuhauge), oder je nach Wahl eben ein Stück Fisch oder Fleisch. Köstlich. Am besten, wenn man es mit den Fingern isst. Schön Reiskugeln formen und dann mit dem Daumen nachschieben. Und unbedingt nur die rechte Hand benutzen. Das gilt nicht nur für Essen, sondern auch für Übergaben und Berührungen jeder Art. Die linke Hand am besten hinter dem Rücken halten, dann kommt man erst gar nicht in Versuchung.“

Welche Rolle spielen Mahlzeiten in Indonesien, gibt es besondere Traditionen?

Christiane Hagn: „Mahlzeiten und überhaupt „Essen“ spielt eine wahnsinnig große Rolle im Leben der Indonesier. Eine der häufigsten Smalltalkfragen ist: „Hast du schon gegessen?“. Indonesier lieben es, über das Essen zu sprechen und auch gemeinsam zu essen. Wenn man zu einer indonesischen Familie eingeladen wird oder spontan vorbeischaut, bekommt man immer etwas aufgetischt. Gerne sehr süßes Gebäck. Das dann nicht zu essen, wäre sehr unhöflich. Allerdings sollte man erst zugreifen, wenn man aufgefordert wird und der Gastgeber auch zu essen beginnt. „Ziegen Curry“ ist ein traditionelles Gericht für alle besonderen Anlässe. Von Hochzeiten, über Geburtstage bis hin zu Beerdigungen. Während des Ramadans wird von morgens um 5 Uhr bis abends um 19 Uhr weder gegessen, noch getrunken. Da sinkt die Laune ein wenig, vor allem in den ersten Tagen. Ich habe einen Tag versucht, aus Solidarität mit zu machen. Aber ohne Wasser bei dieser Hitze hab ich um 13 Uhr aufgegeben.“

Was ist das indonesische Nationalgericht? 

Ch Mie goreng

Christiane Hagn: „Am meisten wird Nasi Goreng (gebratener Reis) gegessen. Das bekommt man überall in Indonesien und wird je nach Wunsch mit Hühnchen, Shrimps, Ei oder Tintenfisch serviert. An Strassenständen gerne in ein Bananenblatt eingewickelt, das als Teller dient. Oder man bestellt Nasi Goreng Gila. Gila bedeutet „verrückt“ und beinhaltet einfach all diese Zutaten. Aber die Küche Indonesiens ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und jede Region behauptet von sich, die beste zu sein. Im Zweifel immer Nasi Goreng bestellen. Da kann man nichts falsch machen.“

Dein Freund David ist Fischer. Hast Du schon eine liebste Zubereitungsart seiner Fänge?

Christiane Hagn: „Ich liebe gegrillten Fisch in Zitrone und Knoblauch in ein Bananenblatt eingewickelt. Ansonsten immer gerne Riesengarnelen oder einfach gegrillter Fisch. Am besten schmeckt es dann allerdings doch am Lagerfeuer, vor allem, wenn man den Fisch selbst gegrillt und gefangen hat.“

Welches Essen vermisst Du aus der Heimat am meisten? 

Christiane Hagn: „Eigentlich nicht wirklich viel. Manchmal guten Käse. Ab und an hätte ich Lust auf eine echte italienische Pizza oder ein Stück Schwein.  Aber auch das ist nur in Aceh sehr schwer zu finden. Doch wo es Chinesen gibt, gibt es auch immer Schweinefleisch. Da kann man schon mal für ein Stück Schweinefleisch nach Medan fliegen. Inlandsflüge sind nämlich sehr günstig. Außerdem gibt’s in Medan auch ein Kino.“

Liebe Christiane, vielen Dank für das Interview!

machts gut ihr trottelWer mehr darüber erfahren möchte, wie es ist, wenn man in Deutschland alles hinter sich lässt und am anderen Ende der Welt mit einem fast unbekannten Mann an seiner Seite neu startet, liest am besten Christianes tolles Buch.

Das könnt ihr hier bestellen >>

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