Bannoffee pie und die Entdeckung der Doppelhelix

BannoffeeBannoffee PieRule, Britannia, Britannia rule the world! Nee, nicht wegen Kate und William und dem krakeelenden Spross. Wegen der Desserts, Leute, wegen diesem verdammten Händchen für Nachspeisen. Deshalb gehören die Engländer in den Himmel und sollen meinetwegen auch das nächste WM-Finale gegen Deutschland gewinnen. Da, ich hab’s gesagt!

Mir doch egal. Allein für dieses Kronjuwel – das Bannoffee [sprich: Ba-noff-fi] – haben sie es verdient.

Ok, ich mag in Sachen Süßspeisen nicht der objektivste Berichterstatter sein. Wenn es nach mir ginge, müsste man sich nicht lang mit dem Hauptgang aufhalten, sondern gleich zum Wesentlichen kommen, dem Dessert.

Aber Bannoffee verdreht jedem die Zunge.

Mousse au chocolat? Ja, nee, netter Versuch.

Tiramisu? Pfffff, stell Dich hinten an.

Götterspeise? Hallo-hoo?

B.a.n.n.o.f.f.e.e. is the real shit.

Und hier in Deutschland kennt es kaum einer! Was ist da los? Dieser Trick mit der Dose Milchmädchen, die nach zwei Stunden köcheln zu flüssigem Karamell wird – ich find’s irre.

Mein erstes Bannoffee hatte ich in einem portugiesischen, von einem britischen Ehepaar geführten Landhotel. Lange Jahre zogen ins Land. Sinnlose Jahre, denn ich hatte kein Bannoffee-Rezept. Und dann entdeckte ich es in einem Strandcafé auf Paros auf der Karte. Die Inhaber waren ebenfalls Briten. Ich pfiff die Mädels zurück, die schon Richtung Strand trabten und zwang sie, sofort Bannoffee zu essen.

And the rest is history. Seitdem ist das weltbeste Dessert fester Bestandteil jedes Party-Buffets in unserem Freundeskreis.

Und wer hat’s erfunden?

Ian Dowding Anfang der Siebziger Jahre. Damals Chefkoch des Hungry Monk (Hungry Monk – so süß, die Briten) in Sussex. Ursprünglich sollte das süße Goldstück „Blum’s coffee toffee pie“ heißen, bis jemandem die verkürzte Variante einfiel. Dowding mag mittlerweile nicht mehr über seinen Geniestreich reden: „Es ist ja nicht so, als hätte ich die Doppelhelix entdeckt.“ So bescheiden, der olle Dowding. Ich mein – wer braucht schon die Doppelhelix?

Zutaten für 6 Personen:

1 Packung Leibniz Butterkekse, Vollkorn (oder noch besser: Hobnobs. Sind aber schwer zu kriegen)

75g Butter

400ml Dose Milchmädchen (gibt’s z.B. beim Edeka)

2 reife Bananen

1 Becher Schlagsahne

Dunkle Schoki zum Drüberraspeln (nach Belieben)

Die Dose Milchmädchen ungeöffnet in einem großen Topf mit Wasser etwa zwei Stunden lang köcheln lassen. Dabei darauf achten, dass die Dose immer mit Wasser bedeckt ist (Sie kann sonst explodieren. Aber keine Angst, mir ist es noch nie passiert, dass das ganze Wasser plötzlich verdampft ist, die Dose ist eigentlich immer bedeckt, ich erwähne das nur als Vorsichtsmaßnahme). Nach zwei Stunden das Wasser abgießen und die Dose abkühlen lassen. Die Kekse in eine große Schüssel tun und zerstampfen oder ab in die Küchenmaschine und kleinheckseln. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen und mit den Keksbröseln vermengen. Die Masse in eine Auflaufform geben, so dass sie gut den Boden bedeckt. Ordentlich festklopfen. Dann die Dose Milchmädchen mit einem Dosenöffner langsam öffnen – simsalabim – herausgeflossen kommt allerfeinstes Karamell.

Oh, magic!

Das flüssige Gold über den Keksboden gießen, mit einem Löffel gut verteilen. Die Bananen in dünne Scheiben schneiden und darüber geben. Sahne schlagen und darüber geben und schließlich die Schokolade drüber raspeln.

Jetzt mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank damit. Dann lasst es krachen.

Advertisements

9 Kommentare zu “Bannoffee pie und die Entdeckung der Doppelhelix

  1. Inga sagt:

    Etwas ähnliches habe ich letztens noch in einer Kochschow (Tim Mälzer) als Dessert gesehen und mir lief das Wasser im Mund zusammen.Danke dir für die Erinnerung,dass ich das UNBEDINGT demnächst mal ausprobieren muss :-) Sieht super aus!

  2. mareen sagt:

    Ich koche es heute nach und veröffentliche es auf meinem Blog… bin sau gespannt

  3. Uh yeah! So wie du schreibst,klingt es als wären wir Dessert-Buddies. Werde das Rezept umgehend testen. Das mit dem Karamel hatte ich schon mal gehört,hielt es aber für eine Mähr aus dem Schlaraffenland. Doch nun, wo du das so glaubwürdig geschildert hast…😁

    • annaamherd sagt:

      Dessert-Buddies – das gefällt mir :-) Ja, das Bannoffee ist immer wieder ein Hit. Ich habe letztens eine gesunde Variante davon gemacht, die kann man sogar ohne schlechtes Gewissen essen. Nennt sich dann „Raw Bannoffee Pie“. Vielleicht hast Du ja auch Lust auf meine neue Seite, ich blogge jetzt auf http://www.food4spirit.de. Da geht’s zwar um gesunde Ernährung, aber das ein oder andere Süße ist auch mal dabei.
      liebe Grüße
      Anna

  4. Und dann biste auch noch aus Hamburg. Wie geil!😂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s